Multiresistente Keime sind ernstes Risiko für die Gesundheit

In der letzten Sitzung des Umweltausschusses des Hessischen Landtags wurde ein Dringlicher Berichtsantrag der SPD-Landtagsfraktion zu den multiresistenten Keimen in Gewässern (Drucksache 19/6046) behandelt.
Die umweltpolitische Sprecherin der SPD, Angelika Löber, sagte dazu im Nachgang der Sitzung am Dienstag in Wiesbaden: „Die Bürgerinnen und Bürger müssen besser über die Verbreitung von multiresistenten Keimen und möglichen Infektionsrisiken informiert werden. Wem ist schon bekannt, dass in Fließgewässern nicht gebadet werden soll oder Patienten oft schon bei Aufnahme im Krankenhaus mit resistenten Erregern infiziert sind?“
Für viele Infektionen bestehe keine Meldepflicht. Hier müsse gehandelt werden. Die Melde- und Berichtspflichten gegenüber dem Land seien daher dringend zu erweitern. Auf einige Fragen des Dringlichen Berichtsantrags konnten keine oder nur vage Auskünfte erteilt werden, da keine Informationen vorlägen.
Löber plädierte dafür, dass auch Bäche und Flüsse in Hessen dringend regelmäßig auf Keime untersucht werden müssten. Multiresistente Erreger in der Umwelt könnten nach Übertragung auf Krankenhauskeime zu Ausbrüchen führen. Die Umweltpolitikerin nannte als Beispiel den Vorfall in Frankfurt aus dem Jahr 2017. Daraufhin seien im September 2017 in Frankfurt durch das Gesundheitsamt auch die die hygienische Gewässergüte von Oberflächengewässern, die keine Badeseen sind, untersucht. Hierbei seien in Proben Erreger mit Resistenzen gegen sogenannte Reserveantibiotika gefunden.
„Um die Menschen vor der Ausbreitung aus der Umwelt stammender resistenter Keime zu schützen, benötigen wir Handlungsempfehlungen und die Anpassung behördlicher Abläufe. Die Landesregierung hat zwar den vielfältigen Handlungsbedarf erkannt, unter anderem den Ausbau der Zusammenarbeit von Überwachungsbehörden, der Stärkung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes und der Hygiene, Forschung und Entwicklung von Antibiotika und den Information der Bevölkerung zum Umgang mit Antibiotika. Nun müssen hieraus auch dringend Taten folgen, damit die Bevölkerung wirksam geschützt wird“, forderte Löber. Die Durchführung von Studien über die Verbreitungswege von multiresistenten Erregern dürften nicht nur angedacht werden, wie in der Antwort auf den Berichtsantrag ausgeführt, sondern seien umgehend anzugehen.