Landwirtschaft mit Vernunft

Ausgangslage

Landwirtinnen und Landwirte sollen durch die Produktion von Lebensmitteln ihr Einkommen generieren und dazu beitragen, unsere Kulturlandschaften zu erhalten. Gleichzeitig muss die Nahrungsmittel­produktion an den unterschiedlichen Verbraucherwünschen ausgerichtet werden. Landwirtschaftliche Unternehmen müssen dazu beitragen, die anspruchsvollen umwelt- und klimapolitischen Ziele unserer Zeit zu erreichen. Dafür haben der konventionelle und der ökologische Landbau Bedeutung.

Die ständige Verfügbarkeit tierischer Nahrungsmittel in breiter Vielfalt und oft zu Niedrigpreisen steht im Gegensatz zu den gesellschaftlich gestiegenen Ansprüchen an die Haltungsbedingungen. Gleichzeitig sind die Nutztierhalter ökonomischen Zwängen ausgesetzt. Sie müssen höheren rechtlichen Anforderungen an den Tier- und Umweltschutz mit größeren Investitionen in die Tierhaltungssysteme begegnen. Die Rinderhaltung als eine Voraussetzung für den Erhalt unserer grünlandgeprägten Mittel­gebirgs­landschaften nimmt kontinuierlich ab. Viele Wiesentäler sind von einer Nutzungsaufgabe bedroht. Genutzte Flächen werden dagegen immer intensiver bewirtschaftet und viele typische Tier- und Pflanzenarten des Grünlandes verschwinden zusehends.

Die Themen der Gegenwart und Zukunft sind:

  • Regionale Lebensmittel und Bioprodukte
  • Tierwohl
  • Biodiversität

 

Ziele

Die moderne landwirtschaftliche Produktion, muss durch die Einbeziehung und Anwendung ökologischer Gesetzmäßigkeiten eine bedarfsgerechte Erzeugung von Nahrungsmitteln und Rohstoffen unter Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen ermöglichen.

Deshalb stehe ich für die…

  • Stärkung der Landwirtschaft innerhalb der Wertschöpfungskette
  • Hervorhebung des Mehrwerts der Landwirtschaft für Umwelt, Tier und Mensch
  • Steigerung der Wertschätzung von Lebensmitteln
  • stärkere Kooperation zwischen den Landwirtinnen und Landwirten und den Verbrauchern

Die Hessen-SPD will mit eindeutigen rechtlichen Vorgaben Standards setzen, in denen sich die Betriebe, auch in Gebieten mit ertragsschwachen Böden, frei entfalten können. Wir wollen diese Standards dann schrittweise weiter entwickeln. Nur eine nachhaltige Bewirt­schaftung des Landes ist in der Lage, unsere Kulturlandschaft und eine vielfältige Biodiversität für die nächsten Generationen zu erhalten.

Aus-, Fort- und Weiterbildung müssen einen höheren Stellenwert einnehmen. Es muss eine Umsteuerung der bislang einseitig betriebswirtschaftlichen und an betrieblichen Wachstumszielen ausgerichteten Ausbildung und Beratung in der Landwirtschaft erfolgen. Eine nachhaltige sowie tier­gerechte Pflanzen­produktion und Tierhaltung muss auf dem Lehrplan stehen. Ebenso Biodiversität, Boden- und Grundwasserschutz.

Die faire Entlohnung aller Wirtschaftsbeteiligten entlang der nationalen und globalen Wertschöpfungs­ketten ist unser Ziel. Um die Mittel aus den zahlreichen Förderprogrammen für die Landwirtschaft und den ländlichen Raum zielgerichtet und optimal einsetzen zu können, bedarf es einer personell gut ausgestatteten und fachlich kompetenten Verwaltung. Eine landesweite einheitliche Ausrichtung ist dringend geboten. Die Beratung in den Regionen muss dabei gewährleistet werden.

Unser Ziel ist der Erhalt und die Förderung der flächengebundenen Nutztierhaltung, ebenso der Erhalt der Arten durch eine nachhaltigere Landbewirtschaftung. Eine zu hohe Belastung mit Nährstoffen in Böden, im Oberflächen- und im Grundwasser gilt es zu verhindern.

Maßnahmen

Der Mehrwert der Landwirtschaft für Umwelt, Tier und Mensch muss belohnt und der Gesellschaft vermittelt werden. Wir bauen ein Marketing auf für regional erzeugte Lebensmittel und Produkte

und unterstützen ein verbraucherfreundliches und leicht verständliches Kennzeichnungssystem bzw. Label für regional, nachhaltig produzierte und vermarktete Lebensmittel.

Wir setzen uns für gerechte Entlohnung, angemessene Qualifizierungsmöglichkeiten sowie gute Arbeitsbedingungen für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Agrar- und Ernährungswirtschaft sowie in Garten-, Weinbau, Forsten und Fischerei ein.

Wir werden die kleinbäuerliche Landwirtschaft dabei unterstützen, die Grünlandbewirtschaftung aufrecht zu erhalten und Bewirtschaftungsmethoden, die zu mehr Artenvielfalt im Grünland führen, gezielt, verstärkt, auskömmlich und verlässlich fördern.

Unser erklärtes Ziel ist es, die Kulturpflanzenvielfalt durch die Erweiterung der Fruchtfolgen sowie die Artenvielfalt durch gezielte Vernetzung der Biotope in der Fläche zu erhöhen. Um den Einsatz der Pflanzenschutzmittel zu verringern, soll die Züchtung resistenter Sorten unter Ausnutzung aller bekannten und zugelassenen Methoden öffentlich gefördert werden.

Wir lehnen die Verwendung von gentechnisch veränderten Pflanzen in Futter- und Lebensmitteln ab. Wir unterstützen daher Landwirtinnen und Landwirte bei der Erzeugung von gentechnikfreien Pflanzen.